Das SCHAU FENSTER ist ein Raum für Kunst in Berlin-Kreuzberg. 25 Meter Wand, 25 Meter Fensterfront: Der Name ist Programm. Der ehemalige Schauraum für Wasserarmaturen wird seit August 2010 mit monatlich wechselnden Gruppenausstellungen zeitgenössischer Kunst bespielt. Seither hat sich das SCHAU FENSTER als ein Forum für Qualität und Kommunikation, für stilistische Vielfalt und disziplinübergreifende Zusammenarbeit etabliert.

Jan „Yaneq“ Kage, der das SCHAU FENSTER leitet, folgt dabei dem einen Leitsatz: „Kuratier die Kuratoren!“ So etablierte er den Ort als Schnittstelle verschiedenster Kunstkreise. „Bring sie alle zusammen,“ ist das Motiv nach dem Kage Kuratoren aus verschiedensten Teilbereichen der Kunstwelt einlädt. Künstler, Kunsthistoriker, Galeristen, Musiker – namhaft oder underground: Sie alle haben schon Ausstellungen im SCHAU FENSTER zusammengestellt. Nicht auf den Stil oder das Medium kommt es an. Es zählt die Haltung.

Der Vielfalt verschrieben ist das SCHAU FENSTER neben Ausstellungen auch ein Ort für Performances, Lesungen, kleinere Konzerte und Filmscreenings. Die Eröffnungsabende werden von Künstler-DJs begleitet und gehen meist in rauschende Feste über. Das Publikum setzt sich aus allen Alters- und sozialen Gruppen zusammen. Oft kommen hier Leute zusammen, die sich sonst wohl nicht begegnet wären. Die Kunst wird so außerdem zum Medium, das Diskussionen ermöglicht und anstößt.

2015 wurde dem SCHAU FENSTER der Berliner Senatsförderpreis  für Projekträume vom Staatssekretär für Kultur Tim Renner verliehen.

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Programm

Shout Out Rhymes, Draw Clouds and Lines.

07. – 12.09. // 15-18:00 Uhr

Die Ausstellung „Shout Out Rhymes, Draw Clouds and Lines.” bringt fünf ganz unterschiedliche Positionen zusammen. Diese eklektische Setzung wird ganz bewusst inszeniert und folgt inhaltlich den formalen Aspekten der gezeigten Arbeiten, setzt diese Miteinander in Dialog.

Der Amsterdamer Niels „Shoe“ Meulman und der in Berliner lebende Stohead kommen ursprünglich aus der Graffiti-Kultur und machten sich international ihre Namen als Künstler, die erst das Writing zu ungeahnter und unkonventioneller  Meisterschaft brachten, um dann die Grenzen der Kalligraphie weit ins Feld der Malerei zu treiben. Die Schrift löst sich bei beiden auf ganz verschiedene und eigene Weisen in ephemeren Wolken auf, verschwindet und wird nur in Rudimenten noch erahnbar. Der Berliner Axel Anklam und die aus Hamburg stammende Katharina Trudzinski arbeiten als Bildhauer*innen. Anklam, der letztes Jahr den Preis der Akademie der Künste in Berlin in der Sparte Bildhauerei erhielt sucht in seinen Stahlkonstruktionen und Epoxitharz-Überzügen nach einer Harmonie, die auch der musikalischen Kompositionen zugrunde liegt. Trudzinski zeigt nicht nur Skulptur, sondern auch Wandbilder, die sie aus Holzleisten in knalligen Primärfarben zusammensetzt. Jessica Buhlmanns Bildsprache kennt sowohl die prallen als auch die gedeckten Farben und die runden, wie auch die teils schroffen Formen. Auch in ihren Bildern geht es, wie auch bei den anderen vier ausstellenden Künstler*innen um Formfindung und Balance. Buhlmanns Bilder wirken manchmal von der Straße beeinflusst, stehen aber in einer abstrakten akademischen Tradition.

Diese eigenständigen und ganz unterschiedlichen Positionen werden im Schau Fenster miteinander in einen Dialog der Formen und einen Dialog der Farben gesetzt. Aus unterschiedlichen Ecken und Feldern der bildenden Künste kommend, haben sie sich alle an den Schnittstellen etwas zu sagen, finden ihre eigenen Antworten auf formal ähnliche Fragen. Sie erweitern so den Horizont des Darstellbaren. Manchmal braucht es die Abstraktion, um eine klare Sprache zu finden. Shout out Rhymes, draw clouds and lines.

Eröffnung: 7.9. 2018 – 19 Uhr
Laufzeit: 8.9. – 7.10. 2018
geöffnet: 07. – 09.09. // 15-18:00 Uhr und nach Rücksprache